4. Stendaler Lichttage

18. - 20. Oktober 2018
19 - 22 Uhr

St. Petri | Winckelmann-Museum
Uenglinger Tor | Gertraudenhospital

Stendaler Dom

MACHT-WÖRTER

Künstler: Detlef Hartung und Georg Trenz
Aktion: Licht-Text-Projektion

Detlef Hartung und Georg Trenz entwickeln bereits seit über 20 Jahren komplexe Raumlayouts aus Licht und Typographie. Im Stendaler Dom nutzen Sie Redewendungen und Wortfindungen Martin Luthers, um den gesamten Innenraum in einen emotional wie intellektuell herausfordernden Text-, Sprach- und Lichtraum zu verwandeln. Sie arbeiten mit einer Kombination aus statischer Diaprojektion in den Seitenschiffen und einer animierten Beamerprojektion im Hauptschiff der spätgotischen Hallenkirche. Die Wörter und Textzeilen schreiben sich der Architektur ein, erkunden und strukturieren sie neu, bringen sie zum Schwingen, lösen sich in Buchstabenstrukturen und Textwolken auf, um sich erneut zu lesbaren Begriffen zusammen zu finden. Diese Arbeit ist im Lutherjahr 2017 eine Referenz an die schöpferische Sprachgewalt Martin Luthers und macht mit künstlerischen Mitteln sichtbar und erlebbar, wie Wörter und Begriffe unsere Lebenswelten durchdringen und verändern.

Kreuzgarten Dom

modern times

Künstler: Sonja Sofia Yakovleva
Aktion: beleuchtete Scherenschnitte

Es ist schwierig sich in der heutigen Zeit vorzustellen, dass die Menschen im Mittelalter ernsthaft daran glaubten durch das Zahlen eines Betrages den Verweilort für ihre Seele nach dem Tod aussuchen zu können. Ein solches Angebot in der heutigen Zeit würde man als Schwindel bezeichnen. Trotzdem kann man die Menschen die sich von ihren Sünden freikaufen wollten verstehen. So waren die Bilder und Vorstellungen von dem was mit der Seele nach dem Leben passieren wird, so einschüchternd, dass es den Menschen wohl nichts anderes übrig blieb als alle Möglichkeiten auszuschöpfen um bloß nicht mit all den anderen armen Seelen auf Ewig im Fegefeuer zu schmoren. Ein sonniger, ruhiger Platz im Himmel, eine Oase, nach all den Qualen die man schon zu den Lebzeiten ertragen musste, ist selbstverständlich erstrebenswerter. Wie sieht es aber in der heutigen Zeit aus wo alles geregelt ist, jedes Missglück verhindert werden will, gegen Pannen und Katastrophen schnell geholfen wird und es verschiedene Ansichten darüber gibt was nach dem Tod überhaupt passieren wird? Was sind die Horrorszenarien vor welchen sich der Mensch in der heutigen Zeit fürchtet und wie würde eine Moderne Hölle, ein modernes Fegefeuer aussehen? Diese Fragen werden auf Scherenschnitten illustriert und sind in einer Scherenschnitt-Lichtinstallation im Kreuzgarten zu sehen.

Kapitelsaal Dom

Du sollst nicht töten - Eine-Zitate-Collage

Künstler: Theater der Altmark
Aktion: Wort-Raum-Installation

Im Kapitelsaal des Doms präsentiert das Theater der Altmark eine Zitate-Collage. Textpassagen aus religiösen Schriften wie Bibel, Koran oder Buddha-Überlieferung werden vorgelesen und mit Auszügen aus dem Grundgesetz und der Menschrechtskonvention gegenübergestellt. Der Hörer erfährt so vieles über gemeinsame, aber auch teils unterschiedliche Werte und Normen der Menschheit. Als zusätzliches Extra lassen sich die Texte, die von Schauspielern des Ensembles eingelesen wurden, in einem dafür gefertigten Buch nachlesen.

Kleine Markthalle

Ornamentegenerator und Lichtgemälde

Künstler: Ingo Wendt
Aktion: Ornamente Generator und das Lichtgemälde

Der Ornamente Generator auf Basis eines Kaleidoskopes ist etwa 2,6m lang, 2,4m hoch und 1,4m breit. Ein Spiegeltunnel befindet sich in Augenhöhe. Für Kinder gibt es eine Leiter. Hinter dem Spiegeltunnel dreht sich eine durchleuchtete Trommel in der sich die Bildbestandteile befinden. Ein imposantes Rundbild entsteht laufend neu. Es besitzt eine hohe Qualität von Zufall. Trotz der einfachen Eingangsebene und der Beliebtheit besonders bei jungem Publikum ist die Arbeit nicht flach.

St. Annenstift (Tagesklinik der Salus gGmbH / Westwall 44/45)

Pixelation

Künstler: Judith Rautenberg
Aktion: Videoinstallation

Die meisten Menschen in unserem Kulturkreis sind fast ständig von Pixeln umgeben – kleine

Punkte, die ganze Bilder erzeugen. Sie verweisen auf die Digitalisierung unserer Welt und auf die abstrakten, virtuellen Räume, die daraus entstehen.

„Pixelation“ spannt in Interaktion mit Elvira Chevaliers Arbeit einen Raum jenseits von Mauern auf. Dadurch bekommt der Begriff „Raum“ eine andere Definition. Zwischen Westwall und St. Annenstift entsteht ein neues Bild, eine zusätzliche Dimension zwischen virtuell und real: ein visueller Erfahrungsraum - gebaut aus Licht.

Westwall

Triangulation 1.0

Künstler: Elvira Chevalier
Aktion: Installation (neon-flourogene Gummikordel (Pink), Nylonfaden, Schwarzlicht)

Elvira Chevalier lässt zusätzlich der Serie der „Polygonreduktionen“ in Anwendung von „Triangulation“ ein anderes Verfahren der Flächen- und Raumdarstellung seine Wirkung entfalten. Dabei werden die Flächen und Räume in Dreiecke aufgeteilt. Die Querverbindungen der Dreiecke erzeugen Räumlichkeit, lassen diese jedoch auch auf die Flächigkeit zurückfallen. Digitalisierung ist weiterhin der Schwerpunkt von Chevaliers Arbeit. Die neon-flourogenen Gummischnüre und das Schwarzlicht erzeugen eine besondere Leuchtwirkung, die optisch an computergenerierte Formen erinnert. Durch das tatsächliche, räumliche Erleben verweilt der Betrachter zwischen der digitalen und der realen Welt.

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